Fürbitten zur Taufe – Beispiele, Ablauf und eigene Fürbitten schreiben
Fürbitten zur Taufe sind kurze Bittgebete, die während der Tauffeier laut vorgetragen werden – meist von Paten, Eltern, Geschwistern, Großeltern oder Gästen. Üblich sind etwa drei bis fünf Fürbitten, jeweils mit einer gemeinsamen Antwort wie „Wir bitten dich, erhöre uns.“ Sie unterscheiden sich vom Taufspruch, der als einzelner Vers auf Kerze und Karte steht.
Was ist eine Fürbitte zur Taufe?
Eine Fürbitte zur Taufe ist ein kurzes Gebet, in dem ihr Gott eure Wünsche und Hoffnungen für das Taufkind anvertraut. Sie wird in der Tauffeier laut gesprochen und richtet sich entweder direkt an Gott oder an das Kind.
Der Aufbau ist fast immer gleich: eine Anrede, eine konkrete Bitte und eine gemeinsame Antwort. Genau das macht eine Fürbitte so persönlich – ihr sprecht nicht über das Kind, sondern für das Kind.
Fürbitte oder Taufspruch – was ist der Unterschied?
Fürbitte
Gesprochenes Bittgebet in der Feier, meist mehrere Sätze, vorgetragen von Paten, Eltern, Geschwistern oder Gästen.
Taufspruch
Einzelner Vers oder Bibelwort als Leitwort fürs Leben – steht auf Taufkerze und Taufkarte.
Kurz gesagt: Die Fürbitte hört man in der Feier, den Taufspruch liest man auf der Kerze. Den passenden Vers fürs Kind findet ihr in unserem Ratgeber zu schönen Taufsprüchen.
Wer spricht die Fürbitten bei der Taufe?
Eine Fürbitte zur Taufe dürfen heute alle vortragen, die dem Kind nahestehen – Paten, Eltern, Geschwister, Großeltern oder enge Gäste. Wer keine eigene Bitte sprechen möchte, übernimmt sie nicht; auch die Pfarrerin oder der Pfarrer kann sie stellvertretend vorlesen.
Klärt am besten vorher, wer welche Bitte übernimmt, damit am Tauftag nichts doppelt kommt.
Von Paten & Geschwistern
Als Patentante oder Patenonkel – oder als großes Geschwisterkind – eine Fürbitte zu sprechen, ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit.
Von Großeltern & Familie
Gerade für Oma und Opa ein bewegender Moment. Hier passen Wünsche, die Generationen verbinden: Geborgenheit und Zusammenhalt.
Wie viele Fürbitten – und wann im Ablauf der Tauffeier?
Üblich sind etwa drei bis fünf Fürbitten; als grober Rahmen gelten zwei bis sechs. Mehr werden selten, weil die Feier sonst lang wird – besonders für das Kind als Hauptperson. Bei einer Gemeinschaftstaufe sind es eher weniger pro Familie.
Ihren Platz haben die Fürbitten je nach Konfession unterschiedlich: In der katholischen Tauffeier stehen sie mit der Anrufung der Heiligen (Litanei) nach den Lesungen und der Ansprache – und damit vor der eigentlichen Taufe. In vielen evangelischen Taufordnungen kommen sie dagegen nach der Taufhandlung, oft kurz vor dem Vaterunser.
Evangelische Taufe
Oft freier formuliert, persönliche Worte ausdrücklich willkommen. Meist gegen Ende, häufig vor dem Vaterunser.
Katholische Taufe
Häufiger fest in die Liturgie eingebunden, oft mit Bibelbezug. Selbst formulierte Fürbitten sind trotzdem möglich.
Diese Angaben sind allgemein gehalten. Anzahl, Reihenfolge und Form unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde – klärt die Details im Taufgespräch.
Fürbitten zur Taufe – Beispiele
Hier findet ihr Beispiele nach Anlass und Stil sortiert. Ihr könnt sie eins zu eins übernehmen oder als Vorlage nehmen und Namen und Wünsche eures Kindes einsetzen.
Klassische und christliche Fürbitten
Guter Gott, wir bitten dich für [Name]: Begleite dieses Kind auf all seinen Wegen und halte deine Hand schützend über ihm.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Herr, schenke [Name] Menschen, die ihn/sie lieben, ihm/ihr zuhören und in guten wie in schweren Zeiten an seiner/ihrer Seite bleiben.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, lass dieses Kind Vertrauen finden – in dich, in die Menschen um es herum und in sich selbst.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Herr, segne die Eltern und Paten von [Name]. Gib ihnen Kraft, Geduld und Freude, dieses Kind auf seinem Weg zu begleiten.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, sei für [Name] Licht in dunklen Tagen und Halt, wenn der Weg schwer wird.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Fürbitten katholisch
„Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.“ (Psalm 23,1) – Guter Gott, begleite [Name] mit deiner Fürsorge und schenke ihm/ihr Vertrauen in deine Nähe.
Wir bitten dich, erhöre uns.
„Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.“ (Psalm 91,11) – Herr, schenke diesem Kind Schutz und Geborgenheit, wohin es auch geht.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, wir bitten für die ganze Familie von [Name]: Erhalte in ihr die Liebe und das Verständnis füreinander.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Herr, lass [Name] in deinem Glauben wachsen und einmal selbst ein Segen für andere Menschen werden.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, wir denken auch an alle Kinder, die ohne Schutz und Liebe aufwachsen. Steh ihnen bei.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Fürbitten evangelisch
Lieber Gott, lass [Name] deine Liebe spüren und sich bei dir und bei uns geborgen wissen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, schenke diesem Kind so viel Sicherheit wie nötig und so viel Freiheit wie möglich.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Lieber Gott, gib [Name] Mut, eigene Wege zu gehen, und Menschen, die es dabei begleiten.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, lass die Eltern und Paten von [Name] ihm/ihr ein Vorbild sein – in dem, was sie sagen, und in dem, was sie tun.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Lieber Gott, schenke unserer Familie Tage voller Freude mit diesem Kind und Kraft für die Tage, die schwer sind.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Moderne Fürbitten zur Taufe
Moderne Fürbitten zur Taufe sind frei formuliert und sprechen oft das Kind direkt an statt Gott – persönlich und gut für freie oder weniger kirchennahe Feiern. Streng genommen sind das Segenswünsche an das Kind; in einer kirchlichen Tauffeier wählst du besser eine gottgerichtete Form.
„Liebe [Name], wir wünschen dir Wurzeln, die dir Halt geben, und den Mut, deine eigenen Wege zu gehen.“
„[Name], mögest du immer Menschen an deiner Seite haben, die dich so mögen, wie du bist.“
„Wir wünschen dir, [Name], dass du neugierig bleibst, viel lachst und auch in schweren Zeiten Hoffnung findest.“
„Liebe [Name], finde Freundinnen und Freunde, mit denen du Freude teilst und auf die du dich verlassen kannst.“
„[Name], wir wünschen dir ein Herz, das offen bleibt – für die Welt, für andere Menschen und für dich selbst.“
Kurze Fürbitten zur Taufe
Kurze Fürbitten zur Taufe sind in ein, zwei Sätzen gesagt – ideal, wenn es kurz und klar sein soll.
Guter Gott, behüte [Name] auf all seinen Wegen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Herr, schenke diesem Kind Gesundheit, Liebe und Geborgenheit.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, gib [Name] Mut und Zuversicht für sein Leben.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Herr, lass [Name] nie ohne Menschen sein, die es lieben.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, segne dieses Kind und alle, die es begleiten.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Fürbitten von Paten, Geschwistern und Großeltern
Guter Gott, wir bitten dich für [Name]: Schenke ihm/ihr Kraft, Mut und Fantasie für ein glückliches Leben – und lass mich als Patin oder Pate an seiner/ihrer Seite stehen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, hilf mir als Patentante oder Patenonkel, für [Name] da zu sein, wenn es mich braucht.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, wir danken dir für [Name] und bitten dich: Lass uns als Geschwister zusammenhalten und füreinander da sein.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, wir bitten dich für [Name]: Schenke ihm/ihr ein Zuhause voller Wärme und eine Familie, die immer zusammenhält.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Guter Gott, schenke uns Großeltern viele schöne Jahre mit [Name] und die Gelegenheit, ihm/ihr vieles weiterzugeben.
Wir bitten dich, erhöre uns.
Eigene Fürbitten zur Taufe schreiben
Eine eigene Fürbitte zur Taufe selber zu schreiben ist leichter, als die meisten denken – du brauchst nur drei Bausteine. Eine selbst geschriebene Fürbitte ist fast immer persönlicher als eine Vorlage.
Werde bei der Bitte konkret statt allgemein – „dass du immer jemanden zum Zuhören hast“ wirkt stärker als „dass es dir gut geht“.
Tipp: Halte dich kurz – zwei bis vier Sätze pro Fürbitte sind ideal, das entspricht etwa einer halben Minute beim Vorlesen. Niemand muss die Fürbitte auswendig können: Es ist völlig in Ordnung, sie vom Zettel abzulesen. Lies sie vorher einmal laut zur Probe.
Häufige Fehler – und wie ihr sie vermeidet
- ⏳Zu lang. Lange, verschachtelte Sätze verlieren die Gäste. Kurz und klar wirkt stärker.
- 🌫️Zu abstrakt. „Alles Gute“ sagt wenig. Ein konkreter Wunsch berührt mehr.
- ⛪Konfession und Gemeinde nicht abgestimmt. Form und Anzahl sind je nach Kirche unterschiedlich – kläre sie im Taufgespräch.
- 🗣️Rollen unklar. Wer spricht wann? Eine kurze Absprache vorab verhindert Doppelungen und Pausen.
Das Wichtigste in Kürze
- Fürbitten zur Taufe sind kurze Bittgebete, die in der Tauffeier laut gesprochen werden.
- Üblich sind drei bis fünf Fürbitten, jeweils mit der Antwort „Wir bitten dich, erhöre uns.“
- Vortragen dürfen sie alle Nahestehenden: Paten, Eltern, Geschwister, Großeltern oder Gäste.
- Der Aufbau ist immer gleich: Anrede – Bitte – Antwort; eigene Fürbitten sind ausdrücklich erlaubt.
- Die Fürbitte wird gesprochen, der Taufspruch steht als Vers auf Taufkerze und Karte.
Häufige Fragen zu Fürbitten zur Taufe
Eine Fürbitte besteht aus Anrede, konkreter Bitte und gemeinsamer Antwort wie „Wir bitten dich, erhöre uns.“ Typische Wünsche sind Schutz, Gesundheit, gute Wegbegleiter, Mut und Vertrauen. Persönlich und kurz wirkt am stärksten.
Üblich sind etwa drei bis fünf, als grober Rahmen zwei bis sechs. Eine feste Regel gibt es nicht – bei einer Gemeinschaftstaufe sind es eher weniger. Sprich die Anzahl am besten im Taufgespräch mit eurer Gemeinde ab.
Heute dürfen alle Nahestehenden eine Fürbitte vortragen: Paten, Eltern, Geschwister, Großeltern oder enge Gäste. Wer nicht sprechen möchte, muss nicht – die Pfarrerin oder der Pfarrer kann sie auch stellvertretend vorlesen.
Die Fürbitte ist ein gesprochenes Bittgebet in der Tauffeier. Der Taufspruch ist ein einzelner Vers, der dem Kind als Leitwort mitgegeben wird und auf Taufkerze und Karte steht.
Ja, selbst geschriebene Fürbitten sind in beiden Konfessionen willkommen und oft besonders persönlich. Halte dich an den Aufbau Anrede – Bitte – Antwort und stimme den Text vorher kurz mit der Gemeinde ab. Vom Zettel ablesen ist völlig in Ordnung.
Inhaltlich kaum. Katholische Fürbitten sind häufiger fest in die Liturgie eingebunden und an Gott gerichtet, evangelische oft etwas freier formuliert. Viele Texte passen für beide Konfessionen.